Know Your Customer (KYC)

Kurzdefinition

Das Know Your Customer (KYC) Prinzip – deutsch: Kenne deinen Kunden – dient der Identifizierung und Überprüfung von Neu- und Bestandskunden durch Unternehmen, Banken und andere Institutionen zur Bekämpfung von Geldwäsche und weiterer Wirtschaftskriminalität. KYC findet besonders im Finanzsektor Anwendung, ist jedoch auch für andere Branchen relevant. Die Identifikation von (potenziellen) Kunden und Geschäftspartnern ist in vielen Bereichen gesetzlich vorgeschrieben.

Was ist Know Your Customer?

Das Know Your Customer Prinzip fordert die Identifizierung und detaillierte Prüfung von Kunden durch Banken, Unternehmen und andere Finanzmarktakteure. Ziele solcher Maßnahmen sind die Unterbindung von Geldwäsche, der Terrorismusfinanzierung, Wirtschaftskriminalität und anderen kriminellen Machenschaften. Know Your Customer Maßnahmen sind in der Lage, zunächst ungeahnte Risiken in potenziellen oder bereits laufenden Geschäftsbeziehungen aufzudecken. KYC Prüfungen gehören zur sogenannten Due Diligence (Sorgfaltspflichten), also zur gründlichen Prüfung, Analyse und Bewertung von Umständen im geschäftlichen Zusammenhang, welche insbesondere vor geplanten Transaktionen geprüft werden.

Die Mindestanforderungen von Kundenidentitätsprüfungen im Rahmen von Know Your Customer umfassen unter anderem:

  • Die Identifikation von Vertragspartnern
  • Die Abklärung der wirtschaftlichen Backgrounds
  • Die Erfassung von Besitzverhältnissen
  • Feststellung der wirtschaftlich Berechtigten

Unternehmen, insbesondere Kredit- und Finanzinstitute, werden durch die verschärften Auflagen der EU-Richtlinie und des Geldwäschegesetzes vermehrt dazu angehalten, bei der Geldwäscheprävention und Unterbindung von Wirtschaftskriminalität mitzuwirken. Die Verifizierung der Identität neuer Klienten im Rahmen des Onboarding-Prozesses und der Identität von Geschäftspartnern vor anstehenden Transaktionen sowie die Prüfung von bestehenden Kunden und Partnern sind dadurch fester Bestandteil von Compliance Policy und Management der in die Pflicht gezogenen Unternehmen und Institutionen.

KYC Rechtsgrundlagen

Die rechtlichen Grundlagen der KYC Anforderungen ergeben sich aus nationalen und internationalen Gesetzen:

  • Artikel 8 der 3. EU-Geldwäsche-Richtlinie
  • 4. EU-Geldwäsche-Richtlinie
  • Geldwäschegesetz (GwG; in Deutschland)
  • UK Bribery Act
  • UK Modern Slavery Act
  • Financial Action Task Force (FATF)
  • US Foreign Corrupt Practices Act (FCPA)

Durch die exterritoriale Wirkung ergeben sich auch aus ausländischen Anti-Korruptionsgesetzen Haftungspflichten für inländische Unternehmen und Finanzinstitutionen. Um sowohl den nationalen als auch den internationalen Vorschriften gerecht zu werden, muss das KYC Prinzip entsprechend eingehalten werden. Wird dies versäumt, drohen Geldstrafen, Haftstrafen für die betroffenen Führungsebene und je nach Schwere sogar der Entzug der Geschäftserlaubnis.

Welche Branchen betrifft das Know Your Customer Prinzip?

Diese Unternehmen und Institutionen sind zur Einhaltung des Know Your Customer Prinzips verpflichtet:

  • Banken und Kreditinstitute
  • Versicherungsunternehmen
  • Rechtsanwälte und Steuerberater
  • Immobilienmakler
  • Finanzdienstleistungsinstitute und Finanzunternehmen
  • Notare und Wirtschaftsprüfer
  • Güterhändler

Welche Daten der Kunden und Geschäftspartner sind zu erfassen?

  1. Identitätsprüfung natürlicher und juristischer Personen
    Sowohl natürliche als auch juristische Personen müssen im Rahmen der Umsetzung von KYC Richtlinien genau identifiziert werden. Bei natürlichen Personen erfolgt der Identitätsnachweis über ein gültiges Ausweisdokument. Die Personendaten werden anhand einer Datenbank verifiziert. So wird sichergestellt, dass kein Identitätsdiebstahl vorliegt. Die Prüfung des vorgelegten Ausweisdokuments ist durch eine Anforderung eines Nachweises des eindeutigen Wohnsitzes der zu verifizierenden Person zu ergänzen. Bei juristischen Personen erfolgt die Identifizierung mithilfe des Handelsregisterauszugs. Für internationale Geschäfte muss dies über vergleichbare Dokumente erfolgen.
  1. BesitzverhältnisseBei der Know Your Customer Analyse von juristischen Personen beziehungsweise Organisationen sind die internen Besitzverhältnisse zu prüfen. Hierfür müssen sowohl die implementierten Vertretungsorgane als auch die Beschaffenheit der Eigentums- und Kontrollstruktur geprüft werden. Sollte das Ergebnis dieser Analyse Auffälligkeiten aufweisen, sind einzelne natürlich Personen genauer zu untersuchen.
  1. Wirtschaftlich Berechtigte
    Ein zentraler Aspekt der KYC Analyse ist die Ermittlung der wirtschaftlich Berechtigten. Hierzu gehört auch die Beobachtung von Veränderungen in der Organisationsstruktur. Mit diesem Aspekt des Know Your Customer Prinzips soll sichergestellt werden, dass keine der Geschäftspartner auf Sanktions-, Watch- oder PEP-Listen (Listen politische exponierter Personen, also jenen, die einflussreiche Ämter ausüben oder ehemals innehatten) stehen. Zudem sind folgende Informationen stets zu erfassen: die Herkunft von Geldern und Details anstehender Transaktionen oder Kundenbeziehungen – zum Beispiel ist der Transaktionsumfang zu erfassen.
  1. Dokumentation
    Alle im Rahmen der KYC Analyse zusammengetragenen Informationen sind anhand offizieller Dokumente nachzuweisen – eine entsprechende Dokumentation ist essenziell.

KYC bei der Aktionärsidentifikation

Auch für die unter SRD II (Second Shareholders‘ Rights Directive/Zweite Aktionärsrechterichtlinie) verpflichtende Shareholder Identification und damit verbundenen Weitergabe der entsprechenden Information ist die Maxime „Kenne deinen Kunden“ relevant. Der WM-SRD-Hub bietet Ihnen effiziente, SRD II-konforme Lösungen für Emittenten, Intermediäre und Dienstleister. Für Banken ergibt sich hier beispielsweise der Vorteil, dass eine detaillierte Know Your Customer Prüfung durchgeführt wird, die bestimmt, ob der Antrag auf Offenlegung wirklich von dem anfragenden Emittenten stammt. So werden Fake-Requests vermieden. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf, um mehr zu erfahren!

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Edgar Neves Head of Sales – Financial Markets & Regulation

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