Investor Relations

Kurzdefinition

Investor Relations (kurz: IR) ist die Kontaktpflege börsennotierter Gesellschaften mit der Finanzgesellschaft, also mit Aktionären/Investoren, Analysten und Finanzmedien. Die Investor-Relations-Arbeit wird als Gebiet der Unternehmensorganisation eingeordnet und umfasst alle Maßnahmen, die seitens eines Unternehmens ergriffen werden, um Kapitalmarktteilnehmer zu erreichen und informieren. Zu bestimmten Informationsveröffentlichungen sind Gesellschaften verpflichtet, während andere Maßnahmen freiwillig sind und Ziele wie die Steuerung von Investitionsentscheidungen und die Senkung der Kapitalkosten verfolgen. Aufgrund unterschiedlichen Vorwissens, verschiedener Erwartungen und Anlagehorizonte werden die kommunizierten Informationen und ergriffenen Maßnahmen bei der IR-Arbeit im Idealfall auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten.

Was ist Investor Relations?

Unter Investor Relations werden alle Kommunikationsmaßnahmen einer Gesellschaft zusammengefasst, mit denen Mitglieder der Finanzgesellschaft informiert, erreicht und je nach kommunizierten Inhalten im eigenen Sinne beeinflusst werden. Investor Relations wird auch als Investorendialog, Finanzkommunikation oder Kapitalmarktkommunikation bezeichnet. Im Fokus der IR-Maßnahmen stehen dabei folgende drei Gruppen:

  • (potenzielle) Investoren/Aktionäre
  • Finanzanalysten
  • Finanzmedien

Um Investor Relations erfolgreich zu betreiben, sind ein detailliertes Verständnis des eigenen Geschäfts und ein weitreichender Überblick über die Interessen der Investoren grundlegende Voraussetzungen. Die IR geht auf die Interessen der Investoren ein und baut dadurch eine nachhaltige Beziehung zu relevanten Investoren auf.

Warum ist Investor-Relations-Arbeit wichtig?

Eine professionelle und gut geführte IR-Arbeit hat zahlreiche Vorteile:

  • Aufbau nachhaltiger Beziehungen zu Kapitalgebern
  • Erleichterung der Durchführung von Kapitalaufnahmen
  • Senkung der Kapitalkosten
  • Mehr Transparenz und weniger Volatilität in der Aktie
  • Vertrauensaufbau bei den Anlegern durch einen kontinuierlichen, offenen und fairen Dialog
  • Steuerung der Erwartungen seitens der Investoren, Analysten und Finanzmedien
  • Erklärung der Strategien, Finanzen und Märkte gegenüber Anlegern
  • Erleichterung der Investitionsentscheidung für die Anleger
  • Regelmäßige Ansprache neuer Anleger
  • Möglichkeit zur aktiven Beeinflussung der eigenen Aktionärsstruktur
  • Input über die Stimmung am Markt
  • Stärkung des Images am Kapitalmarkt
  • Strategischer Wettbewerbsvorteil bei der Kapitalaufnahme

Aufgaben der IR

Die Aufgaben von IR-Abteilungen umfassen sowohl gesetzlich geregelte Pflichtveröffentlichungen, die sogenannten Ad-hoc-Mitteilungen, als auch bewährte Maßnahmen wie Roadshows und Konferenzen. In vielen Fällen übernehmen externe Dienstleister weitreichende Aufgaben in der Finanzkommunikation der Emittenten.

Als „Effektive Finanzkommunikation“ lässt sich gemäß Definition der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) von 2008 eine IR-Arbeit bezeichnen, die folgende Kriterien erfüllt:

  • Erwartungsmanagement
  • Kontinuität/Aktualität
  • Gleichbehandlung
  • Kapitalmarktorientierung
  • Nachvollziehbarkeit
  • Wesentlichkeit

Bei Investor Relations handelt es sich jedoch nicht um eine einseitige Kommunikation. Idealerweise dient die IR unternehmensintern als Schnittstelle zwischen dem Kapitalmarkt und dem Management. Mitarbeiter der IR-Abteilung haben damit auch die Aufgabe, Einschätzungen und Stimmungen des Marktes gegenüber der Entwicklung und den Entscheidungen des Unternehmens in das Unternehmen hineinzutragen.

Die Kommunikationsarbeit der Investor Relations soll den Aktienkurs nicht bedingungslos nach oben treiben, da eine solche Entwicklung lediglich kurzfristiger Natur wäre und dabei das Risiko, das Vertrauen des Marktes zu verspielen, äußerst hoch wäre. Vielmehr geht es darum, die Kapitalmarktteilnehmer optimal zu informieren, um eine faire Bewertung sicherzustellen.

Durchgeführt werden Investor Relations von einer internen IR-Abteilung der Aktiengesellschaft oder externen Dienstleistern. Der Investor Relations Officer (IRO) ist dabei in der Regel dem Finanzchef, dem Geschäftsführer und/oder dem Chef der Kommunikationsabteilung unterstellt. Da bei der externen Kommunikation juristische Feinheiten in vielen Fällen relevant sind, wird häufig mit spezialisierten Dienstleistern gearbeitet.

 

IR-Strategien

Die IR-Abteilung soll dem börsennotierten Unternehmen strategische Mehrwerte auf dem Markt bringen. Um dies zu erreichen, wir eine klare IR-Strategie benötigt, die exakt auf die Bedürfnisse, Erwartungen und Ansprüche des Kapitalmarktes zugeschnitten ist. Mögliche IR-Maßnahmen sind unter anderem:

  • Roadshows und Konferenzen
  • Ausbau der Analysten-Coverage
  • Definition und Kommunikation von Kernbotschaften
  • Investor Targeting, das proaktiv auf bestehende und potenzielle Investoren zugeht
  • Regelmäßige Aktualisierung und Pflege der zielgruppengerechten Investor Relations Website
  • Optimierung der verwendeten IR-Dokumente (etwa Unternehmensberichte, Factbooks, Präsentationen)

Ziele von Investor Relations

Die zentralen Ziele der Inverstor Relations lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Investitionsentscheidungen zugunsten des Unternehmens beeinflussen
  • Kapitalkosten senken
  • Unterbewertungen der Aktie beheben
  • Angemessenen Unternehmenswert erreichen
  • Guter Draht zu den Investoren
  • Vermeidung feindlicher Übernahmen

Um diese Ziele des Investorendialogs zu erreichen, müssen der Finanzgemeinschaft alle relevanten Informationen zur Verfügung gestellt werden, die zu Einschätzung des Unternehmenswertes benötigt werden kann. So können die Erwartungen des Marktes gesteuert werden. Zu meiden sind Unsicherheiten und unklare Kommunikation, da diese zu einer Unterbewertung der Aktie führen. Zu optimistische Aussagen bezüglich der Unternehmensentwicklung und den Gewinnaussichten sind ebenso zu meiden, da auch diese zu einem Vertrauensverlust führen.

Um die Ziele zu erreichen, ist darauf zu achten, dass die jeweils ergriffenen Maßnahmen zum Vorwissen, den Erwartungen und dem Anlagehorizont der jeweiligen Zielgruppe passen.

 

Warum ist die Identifikation von Aktionären so wichtig für Investor Relations und Investor Targeting?

Nur Emittenten, die ihre Aktionäre identifiziert haben, können Kontakt zu diesen aufnehmen, um effektive IR-Arbeit wie das sogenannte Investor Targeting zu betreiben. Somit ist die Aktionärsidentifikation essenzielle Grundlage für börsennotierte Unternehmen, die proaktive Investorenbeziehungen aufbauen und neue Kapitalquellen erschließen möchten. Der Aufwand einer manuellen Aktionärsidentifizierung ist dabei jedoch enorm hoch – hier bietet der WM-SRD-Hub effiziente Lösungen für Emittenten.